GUATEMALA - Landeskunde

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Wirtschaft         Die Maya
 

Drapeau Guatemala


      Natur

Guatemala liegt in Zentralamerika, eingebetet zwischen Pazifik und Karibik auf etwa 14 Grad im nördlichen Tropengürtel. Eine enorm vielfältige Landschaft verteilen sich auf 108'000 Km2 (Ein Drittel Deutschlands, 2 1/2 mal die Schweiz).

Der pazifische Küstenstreifen mit seinem schwarzen Sandstrand bietet großzügige Anbaufläche für Zuckerrohr und Kaffeeplantagen, letztere bereits an den Hängen der Vulkankette. Mehr als 30 Vulkane bieten atemberaubende Landschaften, die drei aktiven Vulkane Santiagito, Fuego und Pacaya insbesondere. Der Vulkan Tajamulco ist mit 4'227 M.ü.M. der höchste Punkt Zentralamerikas. Die Sierra de los Cuchumatanes ist mit über 3000 M.ü.M. die höchstbewohnte Region Zentralamerikas und endet in der Höhlenreichen Gegend der Verpaces, wo wir Nebelwald und unzählige Kalksteinhöhlen vorfinden.
 
In Richtung Osten fällt das Land schnell ab auf Meereshöhe, steppenähnliche Landschaft verbindet das Hochland mit dem hügelreichen Südosten und der tropischen Karibik. Die Karibikküste Guatemals ist abgesehen vom Hafen Puerto Barrios unbedeutend, jedoch ist die Wasserlandschaft mit dem Izabalsee und dem 42km langen Rio Dulce beieindruckend schön.

In Richtung Norden gelangen wir in den Peten, tropisches Karsttiefland mit grossem Regenwaldvorkommen, der zweitgrössten Lunge Amerikas nach dem Amazonasgebiet. Hier befindet sich die grösste Vielfalt an Flora und Fauna Guatemalas sowie über 700 regiestrierte archäologische Stätten.

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      Menschen

Rund 12 Millionen Menschen wohnen in Guatemala, 75% davon auf einem Drittel der Landesfläche im Hochland, ein Fünftel um die Hauptstadt Guatemala City. Guatemala ist ein multikulturelles und multiethnisches Land. Rund die Hälfte der Bevölkerung spricht eine der über 20 gesprochenen Mayasprachen, die indigene (dt.: einheimische) Bevölkerung. Die zweite Mehrheit sind Mestizen, nur spanisch sprechende Personen mit spanischen und indigenen Vorfahren. Eine kleine Minderheit bilden die Garifunas an der Karibikküste, Nachfahren afrikansicher Sklaven, die vor rund 200 Jahren eigene Komunen an der Atlantikküste gründeten. Nur wenige  Xincas wohnen im Süden des Landes.


Laut UNO leben zwei drittel der Menschen in Armut, ein fünftel in extremer Armut, d.h. weniger als ein Dollar Tageseinkommen. Besonders davon betroffen ist die indigene Bevölkerung, die unter Rassismus, schlechter Gesundheitsversorgung und schwerem Zugang zur Bildung leidet. Die Gründe sind in einem von einer Mestizenoberschicht dominierten Land nur schwer zu mindern oder zu eliminieren. Die Welten der verschieden Ethnien sind enorm heterogen in Bezug auf Sprache, Mentalität, Kultur und Weltvorstellungen. Siehe auch Die Mayas. Dies macht Guatemala zu einem Land voller Gegesaetze, die sowohl faszinierend wie auch schockierend wirken.

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      Politik


Seit 1821 ist Guatemala unabhängig von Spanien und seit 1847 eine souveräne Republik. Als eine der typischen Bananenrepubliken wurde das Land in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts indirekt von der nordamerikanischen United Fruit Company dominiert. Am 20. Oktober 1944 führte eine Revolution zur ersten demokratischen Regierung Guatemalas unter Juan José Arévalo. Sein Nachfolger Jacobo Arbenz wurde im Juni 1954 unter CIA-Mithilfe gestürtzt und das Land kehrte zurück zu Militärregierungen.

Am 13. November 1960 schlug die Militärregierung einen internen Aufstand nieder, worauf ein 36-jähriger Bürgerkrieg folgte. Besonders die 70-er und frühen 80-er Jahre erlebten Massaker und unmenschliche repressive Massnahmen zur Erhaltung der Militärdiktatur. Auf internationalen Druck erstellte man 1985 eine neue Verfassung und kurz darauf wurde eine zivile Regierung gewählt. Am 29. Dezember 1996 unterschrieben Militär, Guerilla und Regierung den definitiven Waffenstillstand und somit den letzten Teil des Friedenabkommens. Heute ist Guatemala das Land mit den meisten politischen Parteien Lateinamerikas, die so schnell verschwinden wie sie entstehen. Die Kultur des "Zeigefingers", mit der Beamte und Angestellte bestimmt werden und die professionelle Erfahrung kaum eine Rolle spielt, macht eine Institutionaliserung und demokratische Entwicklung schwierig. Seit 2004 ist Oscar Berger Präsident. Er gehört zur Oberschicht Guatemalas und repräsentiert eine rechtsliberale Dreiparteienallianz.

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      Wirtschaft

Landwirtschaft: Der weitaus grösste Beschäftigungszweig des Landes, alleine in der Kaffeernte um die Jahreswende laboriert ein Zehntel der Bevölkerung. Daneben sind Banane und Zuckerrohr die wichtigsten Exportprodukte. Ein von den Spanieren eingeführtes Feudalsystem benachteiligt noch heute ein Grossteil der Bauern, die von Grossgrundbesitzern abhängig sind.
Dienstleistungen: Dieser Sektor ist hauptsächlich auf die Haupstadt konzentriert, wo dadurch eine grössere Mittelschicht zu Hause ist als in den ländlichen Bezirken. Der Tourismus ist mit über einer Million Besuchern die zweitwichtigste Einkommensquelle des Landes. Leider wird dem seitens der Regierung noch nicht Rechnung getragen, das nationale Tourimsusinstitut ist noch immer eine politsche und regierungsparteiabhängige Institution.
Industrie: Ausser der Textilindustrie ist dieser Sektor kaum vertreten.
Remesas: Unter Remesas verstehen wir das von den 1,5 Millionen in den USA lebenden Guatemalteken nach Hause gesandte Geld. Beinahe die Hälfte der Bevölkerung profitiert davon oder benötigt diese monetäre Quelle.
Steuern: Wir sprechen eher von Steuerinextistenz als von Steuerflucht. Gerademal ein Zwanzigstel des möglichen Steuereinkommens nimmt der Statt auch wirklich ein. 75% aller Steuern stammen von den 300 grössten Firmen des Landes. 40% des Gesamtkapital auf guatemaltekischen Banken liegen auf 0.01% der existierenen Konten, was eine Missverteilung des vorhandenen Kapital besser nicht aufzeigen könnte.

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      Die Maya

Wer sind die Maya?
Vor beinahe 20'000 Jahren wanderten asiatische Völker über die damals dank der erst vergangenen Eiszeit über die Beringstrasse auf den amerikanischen Kontinent. Es dauerte aber bis etwas 3000 v.Chr., bis die Olmeken ("Kautschuk/Gummimenschen") dank der Kultivierung von Mais die erste sesshafte Zivilisation hervorbrachten. Kalender, Panteon und Landwirtschaft der Olmeken bildeten später die Grundlage aller Mesoamerikanischen Kulturen zwischen dem heutigen Mexico City und Nicaragua. Zwei Leistungen heben die Mayas hervor: Sie haben sich ein Jahrtausend lang and die schwierigen Lebensbedingung im Tropenwald angepasst und die komplexeste Schrift im prekolumbianischen Amerika entwickelt.

Auf Grund Ausgrabungen zur Mitte des 20. Jahrhunderts werden heute drei Epochen unterschieden.

Pre-Klassik, 2500 v.Chr. - 250 n.Chr.
In dieser Zeit enstehen Dörfer, einige werden sogar zu grossen Stadtstaaten, wie El Mirador im nördlichen Peten. Pyramiden, Paläste und Ballspielplätze bildeten das Zentrum, nahe der Residenzen der entstehenden Oberschicht.
Eine strikt organisierte Gesellschaft entwickelt nebst dem anderswo bekannten 260-Tage Kalender und dem Sonnenjahr auch eine lange Zählung, bei der analog dem gregorianischem von einem Nullpunkt ausgegangen wird. Die Mathematik bildet ein Teil der gegen Ende dieser Zeit auftauchenden Logo-Silbensprache.
Die meisten Stätten dieser Zeit befinden sich an der Pazifikküste.

Klassik, 250 - 900 n.Chr.
Aus dieser Zeit stammen alle grossen und besonders sehenswerten Stätten Guatemalas. Die monumentale Archidektur, die Verfeinerung der Keramikproduktion und die perfektionierung der Sprache bilden den Höhepunkt der Mayakultur. Kriege, Handelsbeziehungen sowie lokale Dynastiegründungen mit strategischen Vermählungen lesen sich spannend wie ein Kriminalroman. Tikal, Ceibal, Yaxha und Quirigua sind die interessantesten Stätten Guatemalas.
Im 8. Jahrhundert nach Christus verliessen ein grosser Teil der Bevölkerung diese einzigartigen Siedlungen und wanderten zurück ins Hochland oder auf die Yukatekische Halbinsel. Weshalb ist bis heute ein Rätsel mit verschiedenen möglichen Lösungen, aber eine sicherer korrekte Antwort gibt es nicht. Gab es eine soziale Revolution, brach das Handelsnetz zusammen, die Landwirtschaft konnte die stetig wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren, war Wassermangel der Grund oder führte eine Veränderung der Kriegstaktik die nun die Mehrheit der Bevölkerung involvierte zum Kollaps?

Post-Klassik, 900 - 1500 n. Chr.
Ein Leben in neuen Bedingungen mit neuen kulturellen Einflüssen führten zu Neugründungen mit Schwerpunkt auf der Yukatekischen Halbinsel. Aber auch im Guatemaltekischen Hochland werden bereits vorhanden Völker von den Migranten aus dem Tiefland beeinflusst, wie uns der Pop Vuh aus dem Quiche-Land erzählt.
Die Stätten aus dieser Zeit wurden natürlichen günstigen Stellen erbaut, von denen aus die Stadt gut verteidigt werden konnte. In Zaculeu, Iximche oder Utatlan kann man sich selbst davon überzeugen.

Kolonialzeit, 1500 - 1821
Die Spanier machten kurzen Prozess mit der Bevölkerung der Region, wurde diese doch im ersten Jahrhundert nach der Ankunft der Weissen um 80 Prozent reduziert! Zwangsarbeit, eingeschleppte Krankheiten und schlicht Massaker mit Landenteignung sind die Gründe. Ein Feudalsystem führte noch zu heute bestehenden Ungerechtheit. Die Mayas bildeten das arbeitende Volk, nur langsam erholten sich die Bevölkerungszahlen. Sämtliche Dokumente, wie wertvolle Bücher (Codices) wurden verbrannt und die Christianisierung verbannte sämtlichen heidnischen Bräuche und Glaubenspfeiler.

Die Maya heute
Über die Hälfte der Guatemaltekischen Bevölkerung gehört einer der 21 bestehenden Maya-Ethnien an. Trotzdem ist ihre Kultur, ihre Weltvorstellung und ihre Religion in Gefahr, denn um sich in der heutigen Gesellschaft behaupten zu können, "ladinisieren" sich viele Mayas, passen sich soweit es geht der Mestizenbevölkerung an.
Noch immer gibt es im Hochland jedoch viele Maya-Priester, die uralte Rythen und Zeremonien beherrschen, einige haben ganz einfach christliche Züge angenommen; Syncretismus. Die Indígenas leiden unter einer Diskriminierung, die durch folgende Daten dokumentiert wird: 16 von 158 Kongressabgeordneten sind Maya, es gibt zur Zeit kein Minister der Maya ist, 80% der Maya-Frauen sind schriftunkundig, 80% der in Armut lebender Bevölkerung sind Maya und nur zwei von fünf Maya-Kinder profitieren von ärztlicher Betreuung vor, während oder nach der Geburt. Die Regierung versucht offiziel die Mayakultur zu fördern, gibt es neu eine Maya-Universität, ein Maya-Fernsehkanal soll in geraumer Zeit auf Sendung gehen und zweisprachige Bildung wird gefördert, doch sind die Welten der Mestizen und der Indígenas so verschieden, dass es noch geraume Zeit dauern wird, bis man von Gleichberechtigung und Chancengleichheit reden kann.

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